Über mich

Rainer Hoheisel
Rainer Hoheisel

Eigentlich hat alles begonnen zur der Zeit, als ich noch als kleiner Junge  sonntags mit meinem Vater in die Kirche ging. Nach einigen Malen waren mir die Vorgänge vorne am Altar bekannt und -das gilt heute noch- wurden auf Grund ihrer Wiederholungen langweilig. Mein Interesse galt vielmehr den Menschen in meiner Umgebung, Ihre Art sich zu bewegen, zu schauen, ihre Ausstrahlung. Ich hätte gerne mit jedem von ihnen geredet, sie gefragt, warum sie hier sind und was sie denken. Stattdessen sollte ich stillsitzen und mich ruhig verhalten. Beides geht bis heute nicht.

Das Interesse für die Menschen, für Neues ist geblieben. Als ich im Alter von ca 14 Jahren anfing mit der alten Kodak vom meinem Vater die ersten Dias zu machen, galt mein Interesse nicht langweiligen Familienaufnahmen, sondern vielmehr aufregenden Experimenten von Sonnenuntergängen, alten Burgruinen, Nahaufnahmen von Gesichtern und alttäglichen Gegenständen, von denen ich dachte, sie könnten in der Zukunft mal wichtige Zeitzeugen der sein – z.B. die Gartenschuhe meines Vaters, denen man die Arbeit wirklich ansehen konnte.

Die technischen Möglichkeiten waren zu der Zeit sehr eingeschränkt. Dies änderte sich als ich in den Jahren kurz vor dem Abitur die Spiegelreflexkameras und das schwarz-weiß Labor für mich entdeckte. Nun entfaltete sich die Experementierfreude erst recht. Filme wurden im Zehnerpack gekauft und es wurde immer öfter auf den Auslöser gedrückt. Aus dieser Zeit -wir reden hier noch vom analogen Zeitalter- stammt die Formulierung der “sinnvollen Verschwendung“- nur kein Motiv verpassen.

Die Freude am Fotografieren verband mich damals mit meinen Freunden; es wurden Kameras und Objektive gekauft, experimentiert und wir verdanken diesem Hobby zahlreich gute Erinnerungsfotos, einige aufregende Geschichten. Es kam zu ersten Aufträgen, die meist im Erstellen von Bilderserien bei festlichen Anlässen bestanden. Dafür gab es sogar auch schon etwas Taschengeld. Auch waren einige Damen interessiert, sich fotografieren zu lassen.

Wer kann dazu schon nein sagen.

Nach ca. 3 Semester Studium erhielt ich einen Ferienjob in einem Fotostudio. Kurze Zeit später wurde mir klar, dass hier meine Zukunft lag. Ich beendete meine Zeit an der Uni und begann eine Ausbildung in diesem Betrieb.

Hier lernte ich alle Grundlagen, die mir das Handwerkszeug gaben, um anschließend die gestellten Aufgaben erfüllen zu können.

Nach der bestandenen Gesellenprüfung kaufte ich meinen Lehrbetrieb, war schon in der Gesellenzeit der Chef und bereitete mich dann auf die Meisterprüfung vor. Diese Zeit gehört wohl zu einer der wichtigsten Zeitabschnitte meines Lebens: im Geschäft tätig bis zum frühen Nachmittag, dann zu Schule in die Vorbereitungskurse, abends entweder lernen oder im Studio Aufträge abarbeiten. Mit großem Einsatz habe ich in dieser Zeit gearbeitet, um mit dem Meisterbrief endlich meine Unabhängigkeit zu erlangen.

Es folgten einige erfolgreiche Jahre, in denen mein Geschäft wuchs und ich viele aufregende Dinge tun konnte – z.B. war ich längere Zeit für „Wetten dass“ tätig, reiste zu den einzelnen Veranstaltungsorten und hatte interessante Shootings vor und während der Sendung. Die richtig spannenden Momente gab es dann bei der After-Show-Party.

Hier kam es auch zu aufregenden Begegnungen mit einigen prominenten Zeitgenossen, die ich unter normalen Umständen wohl nie kennen gelernt hätte.

Bei einem Photokina-Besuch Anfang der 90er Jahre wurde mir beim Betrachten der ersten Vorläufer die sich anbahnende digitale „Revolution“ schlagartig bewußt, und deshalb entschied ich mich bevor sich alles verändern würde, mein Aufgabengebiet zu wechseln.

So verkaufte ich mein komplettes Equipment, gab mein Fotostudio auf und machte in den nächsten Jahren einige andere interessante Erfahrungen. Ich lerne im Aussendienst den Vertrieb von digitalen Druck und Kopiersystemen, trug von nun an Anzug und Krawatte, schwarze Schuhe und ein Time-System unter dem Arm. Der chaotisch-kreative Fotograf lernte nun Business und „Wichtigsein“.

Weiterhin stellte ich bei einem großen Versicherungsmakler das Büro von Akten und Karteikarten auf EDV-Verwaltung um und der PC wurde zum vertrauten Handwerkszeug.

2007 hatte ich von alldem genug und ich merkte, dass mir etwas entscheidendes fehlte: die Fotografie.

Ich entschied, mich im 2008 wieder als Fotograf selbstständig zu machen. Das einzige, was ich nicht mehr wollte, war ein Studio oder ein Geschäft. Diese „Immobilien“ behindern meine Kreativität. Heute fahre ich zum Kunden, stelle mich auf stets neue Herausforderungen ein und bleibe so flexibel; egal, ab es sich um Businessportraits in Frankfurt , Aufnahmen für Hotelwerbung in München, Immobilienverkäufe in Düsseldorf oder sonstige Firmenpräsentationen am Niederrhein handelt.

Besondere Freude machen mir Reportagen beim Set eines Films, bei Produktvorstellungen oder am roten Teppich einer Prommi-Veranstaltung – Hauptsache Abwechslung und keine Wiederholungen.